16.05.2025, Medien sind für das Funktionieren unserer direkten Demokratie zentral, doch sie stehen zunehmend unter
Druck. Zur Stärkung der Medienvielfalt einigen sich die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft
SRG und der Verlegerverband SCHWEIZER MEDIEN erstmals auf gemeinsame Massnahmen. Damit
wollen private und öffentlich finanzierte Medien gemeinsam das Vertrauen der Bevölkerung und Politik
stärken und die Medienvielfalt schützen. Zudem wollen sie Anreize schaffen, dass Werbegelder in
Schweizer Medien investiert werden, sowie die Regulierung von KI-Anbietern forcieren.
Die direkte Demokratie der Schweiz lebt von einer vielfältigen und verlässlichen Medienlandschaft. Eine umfassende journalistische Versorgung auf kommunaler, kantonaler und nationaler Ebene ist zentral, damit die Bevölkerung fundierte Entscheidungen treffen kann. Die SRG SSR und die privaten Medienanbieter tragen gemeinsam diese Verantwortung - und sehen sich angesichts der digitalen Transformation, schrumpfender Werbemärkte, zunehmender internationaler Konkurrenz und veränderter Nutzungsgewohnheiten mit grossen Herausforderungen konfrontiert.
"Wir stehen gegenüber den Menschen in der Schweiz gemeinsam in der Verantwortung. Ich freue mich sehr, ist es uns nun gelungen, eine Einigung zu erzielen, die den Medienplatz Schweiz und somit die Demokratie stärkt", sagt SRG- Generaldirektorin Susanne Wille. "Wenn öffentliche und private unabhängige Medien sich ergänzen, gewinnen am Ende die Bürgerinnen und Bürger", sagt Andrea Masüger, Präsident des Verlegerverbandes SCHWEIZER MEDIEN (VSM). In mehrmonatigen Verhandlungen haben VSM und SRG gemeinsame Massnahmen zur Stärkung des Medienplatzes definiert. Es ist das erste Mal, dass öffentliche und private Medien in der Schweiz eine derartige Zusammenarbeit eingehen.
Konzentration auf das Kerngeschäft der SRG im digitalen Bereich
Kern der Vereinbarung ist das Online-Angebot der SRG. Dieses ist für sie von existenzieller Bedeutung, denn nur so kann die SRG ihren Service-public- Auftrag auch in Zukunft wahrnehmen. Die SRG wird sich digital aber noch stärker auf ihr Kerngeschäft, Radio und TV, konzentrieren. Die SRG verzichtet zudem weiterhin auf Werbung im Online-Angebot und nutzt ausländische Plattformen wie YouTube oder Instagram nur ausnahmsweise.
Die SRG begrenzt Textbeiträge künftig auf 2400 Zeichen, Beiträge in Nachrichten und Sport werden mit passenden Audio- oder Video-Inhalten verknüpft. Interaktive Formate bleiben Ausnahmen, ebenso verzichtet die SRG auf textbasierte Liveticker bei exklusiv übertragenen Sportereignissen. Ergänzend wird die SRG, wo redaktionell sinnvoll, auf Beiträge privater Schweizer Medien verlinken und damit deren Reichweiten stärken.
Fokus auf Kooperation
Bei Sportübertragungen wird sich die SRG auf Inhalte konzentrieren, die von kommerziellen Anbietern nicht abgedeckt werden, und nimmt bei der Auswahl von Rechten verstärkt Rücksicht auf private Anbieter. Die SRG prüft hier aktiv Kooperationen wie beispielsweise Bietergemeinschaften, immer unter der Berücksichtigung der kartellrechtlichen Vorgaben.
Die SRG und der Verlegerverband planen, ihre Zusammenarbeit gezielt auszubauen: So stellt die SRG täglich nutzbares Rohmaterial ohne Logos zur Verfügung und beteiligt sich an einer Replay-TV- Branchenlösung. Zudem investiert sie den Grossteil ihrer Online-Marketingmittel bei privaten Schweizer Medienhäusern und setzt damit ein wichtiges Zeichen zur Stärkung des Werbemarkts Schweiz.
Beteiligung Login-Allianz und KI-Sperrung
Zudem ist die SRG bereit, ihre Streaming- Technologie zu teilen. Über ihre neue digitale Plattform mit dem Arbeitstitel "PlayNext" sollen bei Bedarf auch Inhalte der privaten Medien verbreitet werden können. Die SRG trägt die Weiterentwicklung der Login-Allianz mit, und unterstützt die regulatorischen Abklärungen für eine Login-Pflicht im Onlineangebot der SRG.
Teil der Vereinbarung ist zudem eine koordinierte Haltung gegenüber der immer bedeutender werdenden Künstlichen Intelligenz: Die SRG sperrt ihre Inhalte für KI-Systeme, wenn auch die führenden Verlage dies tun. Zudem unterstützt sie regulatorische Initiativen des VSM zum Schutz journalistischer Inhalte im Urheberrecht (Leistungsschutzrecht und KI).
VSM spricht sich gegen Halbierungsinitiative aus
Als Teil der Vereinbarung bekennt sich der VSM zur Gebührenfinanzierung der SRG und lehnt die Halbierungsinitiative ab. Die Initiative will dem Schweizer Mediensystem jährlich Hunderte von Millionen Franken entziehen.
In einem nächsten Schritt wird der Text der Vereinbarung dem Sekretariat der Wettbewerbskommission (WEKO) zur kartellrechtlichen Prüfung vorgelegt, in Kraft tritt sie vorbehältlich einer Zustimmung. Die TX Group ist nicht Teil dieser Vereinbarung, beteiligt sich aber weiterhin an Gesprächen mit dem Ziel eines komplementären Mediensystems zwischen privaten und öffentlichen Anbietern. Ziel ist ausserdem, dass auch die Verbände Médias Suisses und Stampa Svizzera die Einigung ebenfalls formell unterzeichnen.
Regelmässiger gemeinsamer Runder Tisch
Für die Weiterentwicklung der Massnahmen wird ein gemeinsamer Runder Tisch etabliert, an dem Vertreterinnen und Vertreter der SRG sowie der Verlegerverbände zweimal jährlich zusammenkommen. Dabei wird die Umsetzung überprüft, Erfahrungen werden ausgetauscht und Weiterentwicklungen angestossen - mit dem Ziel, die Medienversorgung der Bevölkerung auch künftig breit, verlässlich und vielfältig zu gestalten.
Pressekontakt:
Gianna Blum
Medienstelle SRG
Tel. 058 136 21 21
Pia Guggenbühl
Direktorin Verlegerverband SCHWEIZER
MEDIEN
Tel. 079 566 60 10
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber.
Die SRG ist ein öffentliches und unabhängiges Medienhaus, das einen multimedialen Service public in allen Landesteilen und -sprachen erbringt. Sie ist auch ein Verein und dadurch fest in der Gesellschaft verankert.
Die SRG versorgt die ganze Bevölkerung der Schweiz mit einem attraktiven und vielfältigen TV-, Radio- und Onlineangebot zu Information, Kultur, Bildung, Unterhaltung und Sport. Das Angebot fördert die Meinungsbildung und Meinungsvielfalt in der Schweiz und leistet einen wichtigen Dienst an die Gesellschaft.
Das Bundesgesetz über Radio und Fernsehen (RTVG) und die Konzession des Bundesrats verpflichten die SRG zu einem gesellschaftlichen Service-public-Auftrag.
Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.
| Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (Firmenporträt) | |
| Artikel 'SRG und Verlegerverband einigen sich auf gemeinsame Massnahmen für einen starken...' auf Swiss-Press.com |
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